Das Buch des Monats

   

    

 

Kazuo Ishiguro "Was vom Tage übrig blieb" (Originaltitel: The Remains of the Day. London 1989)

aus dem Englischen übersetzt von Hermann Stiehl

Wilhelm Heyne Verlag, München 2016, 288 Seiten

                                                             

Ishiguro,1954 im japanischen Nagasaki geboren, kam im Alter von fünf Jahren nach London, wo er studierte (Master in Literatur) und heute noch mit seiner Frau und Tochter lebt. Für sein Werk erhielt Ishiguro im Jahr 2017 den Nobelpreis für Literatur. Sein dritter und bekanntester Roman "Was vom Tage übrig blieb" wurde 1989 mit dem Booker Prize ausgezeichnet und 1993 verfilmt.

 

Der Butler Mr. Stevens darf, von seinem neuen Arbeitgeber beurlaubt, mit dessen Auto in sechs Tagen die schönsten Gegenden West-Englands bereisen, um letztendlich die ehemalige Haushälterin Miss Kenton zu treffen. Während der Fahrt lässt er sein bisheriges Leben Revue passieren. Seine professionelle Haltung gegenüber seinem Dienstherrn bestand stets in absoluter Loyalität, emotionaler Zurückhaltung, der Bereitschaft Anweisungen entgegenzunehmen und immer die innere Würde zu bewahren - auch in Augenblicken starker Anspannung. Seine gespreizte Sprache entspricht seinem reservierten Verhaltensmuster. Am letzten Abend erkennt er weinend, dass er am Leben vorbei gelebt hat. Im ersten Teil des Buches wird ausführlich über die Rechte und Pflichten eines Butlers berichtet, was etwas ermüdend ist, der zweite Teil lädt dann doch zum Weiterlesen ein.

 

 Rosemarie Bentner - Dr. Angela Strempel-Walther 

 

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