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ACHT BERGE

Paolo Cognetti

 

Hardcover, 248 Seiten, Deutsche Verlags-Anstalt, München 2016

Originaltitel: Le otto montagne (Turin 2016)

Übersetzt aus dem Italienischen: Christiane Burkhardt

 

 

Zum Autor:

Paolo Cognetti, geb. 1978 in Mailand, studierte Mathematik, machte eine Filmausbildung und drehte mehrere Dokumentarfilme. Er schreibt Erzählungen und Romane. 2017 erhielt er für „Le otto montagne“ (Acht Berge) den wichtigsten Literaturpreis Italiens, „Premio Strega“, und in Frankreich den „Prix Medicis étranger“ (Les huit montagnes).

 

 

Zum Inhalt:

Der autobiographisch geprägte Roman „Acht Berge“ ist eine bildstarke Naturbeschreibung mit nahezu impressionistischem Charakter; die Dramaturgie der Geschichte funktioniert. Er zeichnet das emotionale Porträt einer Männerfreundschaft, indem er zwei Jungen von der Kindheit bis zur Lebensmitte vor den Kulissen des Monte-Rosa-Massivs begleitet. Neben den großen, äußerlich einschneidenden Ereignissen – Liebe, Geburt, Tod – erzählt Cognetti von den unsichtbaren Wendepunkten im Leben, in denen sich innere Türen verschließen und neue Richtungen fürs Erste verstellt sind.

Pietro und Bruno leben in verschiedenen Welten, erleben gemeinsam über Jahre endlose Sommertage in den italienischen Westalpen und hadern beide mit ihren Vätern. Als Männer schlagen die Freunde verschiedene Wege ein. Der eine wird sein Heimatdorf nie verlassen, der andere zieht als Dokumentarfilmer in die Welt hinaus.

Sie ringen beide um die Frage, welcher Weg der Richtige ist.

Stadt oder Land? Gehen oder Bleiben?

Die im Titel des Romans aufgegriffene Vorstellung, die Welt bestehe aus acht Bergen, stammt aus dem Himalaja. Ein nepalesischer Lastenträger malt Pietro, der für Dokumentarfilme immer wieder in diese Region zurückkehrt, einen Kreis in den Sand und erläutert ihm die Bedeutung dieser Lebensweisheit.

Obwohl das Hochgebirge ein Ort der Utopie ist, erwähnt Cognetti auch Vorboten der Klimakatastrophe: Übermäßiger Schneefall, Gletscherschmelze und Abgang von Gesteinsmassen.

In Feuilletons wurde erwähnt, dass Cognetti in diesem Roman die männliche Antwort auf Elena Ferrante sei. Beide sind Italiener, aber was Ferrante nur in der Langstrecke gelingt, schafft Cognetti in aller Kürze. Er braucht dazu nur 248 Seiten für seine eindrücklichen Familiengeschichten, mit Charakteren, die die ganze menschliche Bandbreite umfassen.

 

Inge Bischoff

Mai 2019

 

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